Aktuelles
Frühjahrstagung am 30. Mai 2026
Die Frühjahrstagung im Forster Museum für Textil- und Industriegeschichte war dank der hervorragenden Unterstützung der Mitarbeiter des Museums rund um Frau Michaela Böhme, dem Leiter Eigenbetrieb Kultur, Tourismus, Marketing Rosenstadt Forst, Herr Stefan Palm, dem Forster Museumsverein, den Mitgliedern vom Geschichtsstammtisch Forst sowie den Referenten und ihrer hochqualitativen Vorträge ein sehr lebendiger Erfolg. Gäste konnten auch von der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften (1779) und der Brandenburgischen Genealogischen Gesellschaft „Roter Adler“ (2006) begrüßt werden. Ganz unkompliziert erfolgte die Zusage der Bürgermeisterin von Forst / L., Frau Simone Taubenek.
Sehr offen berichtete die Bürgermeisterin in ihrem Grußwort von den Schwierigkeiten und Erfolgen beim Umbau des Forster Textilmuseums zum neuen Museum für Textil- und Industriegeschichte. Dabei ließ sie nicht unerwähnt, dass die durch das Land Brandenburg geförderten Investitionen zwar erfreulich waren, dass es nun aber um die dauerhafte Betreibung und Unterhaltsfinanzierung des Museums gehe, welche allein die Kommune schultern muss. Der Vorsitzende J. Lipsdorf mahnte generell an, von den grundsätzlichen Fehlern rund um die Slawenburg Raddusch zu lernen. Denn die Unterfinanzierung der Kommunen erschwert die Betreibung von Museen und Kulturhäusern bei ständig steigenden Kosten. Sie gefährdet deren Existenz an vielen Orten. Ein Museum, ein Ausstellungshaus bedarf der Pflege. Sowohl die Bausubstanz als auch alles nebenher. Um einen Sinnspruch an einem historischen Brauereigebäude in Halle an der Saale zu zitieren: Ein Brauer der nicht baut, hat bald ausgebraut! Dies gilt in unserer Zeit erst recht für den Kulturbetrieb.
Aus Anlass des 140. Geburtstages erinnerte der Vorsitzende an den Stadtbaurat Dr. Rudolf Kühn, der von 1920 bis 1934 in Forst seine Spuren hinterließ. Die Stadt der 129 Schornsteine, das Manchester des Ostens, war und ist durch Industriebauten geprägt. Ein Stadtumbau erschien damals unmöglich. Deshalb konzentrierten sich Kühns bauliche Visionen auf die Ostseite der Neiße. In kühnen Kühn´schen Entwürfen entwickelte er das Bild von einem neuen Forst. Vieles wurde umgesetzt, eine moderne Skyline an der Neiße entstand, als Folge des 2. WK eliminiert. Schaut man sich seine Entwürfe an, erahnt man einen „Albert Speer von Forst“.

Dr. Rudolf Kühn: Entwurf eines neuen Rathauses auf der Ostseite der Neiße an der Langen Brücke.
Die folgenden Fachvorträge über die Ersterwähnung von Forst/Lausitz (Martin Knopp) oder die Frage, ab wann Wenden in der Niederlausitz gezählt wurden (Dr. Alfred Roggan) zeigten auch unterhaltsam neue Ergebnisse zu alten Fragestellungen. Das durch den Autor Klaus-Dieter Gansleweit vorgestellte neue Buch zu den Flurnamen im Gebiet des Klosters Neuzelle ist mehr als Hobby: Herr Gansleweit präsentierte wichtiges Hintergrundwissen für jeden Bodendenkmalpfleger. Mit Rudolf Bönisch erfolgte ein Ausflug in die Kunstgeschichte. Er präsentierte neue Erkenntnisse der Kupferstichforschung für Sakralgemälde in der Niederlausitz.


Grußwort der Bürgermeisterin Simone Taubenek

Martin Knopp

Dr. Alfred Roggan

Klaus-Dieter Gansleweit

Rudolf Bönisch
In der folgenden Mitgliederversammlung wurden der Vorstand und die Redaktionskommission neu gewählt:
Gewählter Vorstand:
Vorsitzender: Jens Lipsdorf
Stellvertreter: Robert Büschel
Schatzmeister: Henry Matusch
Beisitzer: Dr. Alfred Roggan und Matthias Hoffeins
Redaktionskommission:
Steffen Krestin
Matthias Hoffeins
Dr. Tim Müller
Dr. Falko Neininger
Dr. Peter Schurmann
Henry Kuritz
Im Anschluss der Veranstaltung führte Herr Stefan Palm kurzweilig und mit interessanten Informationen aus Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Forster Rosengartens durch selbigen. Von dieser Stelle aus einem großen Dank!


Karl Gander 1855 – 1945

Johann Friedrich Carl Gander, wie er eigentlich hieß, war von 1919 – 1930 Vorsitzender der Niederlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Altertumskunde (heute Niederlausitzer Gesellschaft für Geschichte und Landeskunde). Er war Lehrer, Forscher, Autor. Seine bekanntesten Werke sind die Niederlausitzer Volkssagen von 1894 sowie die Geschichte der Stadt Guben von 1925 unter Nutzung der Vorarbeiten von Prof. Dr. H. Jentsch. Über viele Jahre betreute er die Niederlausitzer Mitteilungen und sorgte für ihr regelmäßiges Erscheinen. In 2025 ist sein 170. Geburtstag und sein 80. Todestag.