Die Niederlausitzer Gesellschaft für Geschichte und Landeskunde e.V traf sich zur Herbsttagung 2025 im Stadtmuseum Cottbus. Folgende Vorträge bildeten den Rahmen der Veranstaltung:

Dr. Alfred Roggan: „300 Jahre Siedlung Burg-Kauper. Mythos und Märchen.“ 

Dr. Roggan lieferte einen bemerkenswerten Überblick mit vielen überraschenden Einblicken zur Demographie des Gebietes und zur ambivalenten Rolle des preußischen Beamtenstaates bei der Besiedlung: Stadtplanung und Parzellierung durch Behörden  wurden durch die topographischen Realitäten und die eingeschränkte Kooperationsbereitschaft der Bewohner und Neusiedler erschwert. 
Besonders betont wird die Konstanz bewährter Bauformen bzw. ihre spezifische Verbreitung. Einen weiteren Schwerpunkt legte Dr. Roggan diesbezüglich auf Kulturkontakte und kulturelle Übernahmen.
Umfang, Ort und Zeitpunkt der dazu geplanten Publikation stehen noch nicht fest.

 Andreas Peter: „30 Jahre Forschungen in der Niederlausitz.“ 

Der Verleger Andreas Peter stellte eine Reihe von Forschungen und kulturelle Projekte vor, die er in den letzten 30 Jahren in Guben umgesetzt hat. Themen waren u.a. die Aufstellung eines Gedenksteins zum Schicksal jüdischer Gubener. Weitere Projekte befassten sich mit regionalen Lagern von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern. Andreas Peter stellte außerdem verschiedene von ihm verlegte Bücher und die ihnen zugrundeliegenden Recherchen vor. Insbesondere berichtete er von der Wiederverlegung des Romans  „Die Hutmacher“ von Elsa Schuder von 1949. Dabei spielte die Kontaktaufnahme mit der Tochter der Autorin, Rosemarie Schuder, als Rechtsnachfolgerin eine entscheidende Rolle. Mit ihr publizierte Peter später noch ein Buch zu Corona Schulter; außerdem besprach er seine Wiederverlegung des Buches von Edita von Münchhausen: „Idylle mit Schatten“. Vorher erfolgte auch hier eine Kontaktaufnahme mit deren Enkel als Rechtseigentümer.

Christian Zschieschang: „Flurforschung und Flurnamenforscher in der Niederlausitz. Nicht-etymologische Betrachtungen“

Herr Zschiechang schilderte die Geschichte, die Entwicklung der Methoden und den gegenwärtigen Stand Forschung in Bezug auf die Erfassung und Analyse von Ortsnamen, Familiennamen und Flurnamen. Er stellte Persönlichkeiten der Forschungsgeschichte vor. Besonders Friedrich Redlich wurde biographisch und als Forscher vorgestellt. Ein Schwerpunkt der Darstellung liegt darüber hinaus auf methodische Schwierigkeiten und Herausforderungen bei der Auswertung der Quellen. Es wurden in der Vergangenheit bevorzugt die Kooperation mit vor Ort wirkenden Akademikern wie Lehrern und Pfarrern bei der Dokumentation gesucht, was auch zu Kooperationsschwierigkeiten führen konnte.

Im Anschluß erfolgte der Bericht des Vorstandes und der Stand der Planungen / Projekte, insbesondere der Veröffentlichung der Niederlausitzer Studien Heft 48. Diese kündigte Steffen Krestin, Vorsitzender der Redaktionskommission für das Frühjahr 2026 an.

Im Frühjahr 2026 finden zudem die Wahlen zum Vorstand der Gesellschaft statt. Interessenten dürfen sich bereits jetzt melden.